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fadenverknüpfung >
1. ist das digitalReal ein ort weiblicher freiheit,
der ort des sagbaren weiblichen begehrens?
(02.10.02)
...
° irgendwo einsetzen...
° was ist Arbeit?
den begriff erweitern, neu denken.
die triade der arbeit. erwerbsarbeit, private arbeit, gemeinwohlarbeit.
° den begriff Dankbarkeit neu denken.
-> das kapitel "Dankbarkeit" in: Dorothee Markert: Wachsen
am Mehr anderer Frauen. Vorträge über Begehren, Dankbarkeit
und Politik. Rüsselsheim 2002, S. 59-107. (Christel Göttert
Verlag):
"Ausgangspunkt einer politischen Praxis, deren erster Schritt zur
Veränderung der Anspruch auf Wohlbehagen ist. [...]
Dankbarkeit hat keinen Platz in einer Welt, in der so getan wird, als
gäbe es ein autonomes Individuum mit seinen Rechten, deren Erfüllung
ihm selbstverständlich zusteht. Alle Tatsachen des Lebens, die zeigen,
dass kein Mensch unabhängig von anderen leben kann, werden in diesem
Denken ausgeblendet oder zu Randerscheinungen erklärt, z.B. Geburt,
Kindheit, Krankheit, Ernährung, Alter oder auch das Bedürfnis
nach Bindung. Zur Illusion von der Unabhängigkeit passt die Vorstellung,
alle offenen Rechnungen könnten mit Hilfe von Geld beglichen werden.
Darüber hinaus seien Menschen einander nichts schuldig." (S.
61)
° gedanken. innerer raum. phantasie. sprache. kommunikation.
austausch.
° dieser offene raum des digitalRealen. energieaustausch.
energiepotenzierung. gegenseitigkeit. geben. schenken. win-win. in beziehung
setzen zum begriff dankbarkeit.
° was hat das alles mit dem netz zu tun und diesem
unstofflichen raum?
suche nach Transzendenz?
oder - einen schritt weiter: das netz, der digitale raum, das digitalReal
als abbildung von transzendenz? als schaffung, herstellung von transzendenz?
deren wesenskern ja beziehung ist.
das unstoffliche, beinahe-körperlose in beziehung-sein der personen
untereinander schafft aus sich selbst heraus transzendenz?
(oje oje!)
und die literatur (sprache) als das vorherige (aber nicht
überholte, nur andere) medium desselben? im netz wird die räumliche
kategorialität aufgehoben und die zeitliche verschwimmt.
& in der Literatur?
° die altbekannte sehnsucht, eine ordnung zu schaffen,
ein system der gedanken, eine theorie. aber die fäden gehen in viele
richtungen vom knoten aus. hypertextualität ist ihr abbild. es gibt
kein sinnvolles zeitliches nacheinander mehr. irgendwo einsteigen in den
hermeneutischen zirkel und dann weiterknüpfen.
"denn die authentischste Methode, um einen Gedanken wirklich gegenwärtig
sein zu lassen, ist das Sprechen über das, was mir in diesem
Moment besonders am Herzen liegt."
(Luisa Muraro: Ein authentisches Selbstbewusstsein, das zu Lust, Freiheit
und wirkungsvollem Handeln führt, übers. v. Dorothee Markert,
in: dies.: Wachsen am Mehr anderer Frauen. Vorträge über Begehren,
Dankbarkeit und Politik. Rüsselsheim 2002, S. 90)
° Raum einnehmen. den digitalen raum einnehmen.
raum für andere bilder. raum für andere formen der beziehung.
"klar und deutlich dem weiblichen Begehren Raum schaffen"
(Luisa Muraro: Ein authentisches Selbstbewusstsein, das zu Lust, Freiheit
und wirkungsvollem Handeln führt, übers. v. Dorothee Markert,
in: dies.: Wachsen am Mehr anderer Frauen. Vorträge über Begehren,
Dankbarkeit und Politik. Rüsselsheim 2002, S. 105).
° Luce Irigaray: Ethik der sexuellen Differenz, Kap.
II, Die Selbstliebe:
"Der Mann verlegt das Unendliche in eine Transzendenz, die
immer auf das Jenseits bezogen ist, und sei es das Jenseits des Begriffs.
Die Frau verlegt es in eine Ausdehnung der Lust hier und jetzt
sofort. Körper-Ausdehnung, die versucht, sich Exteriorität
zu geben, sich der Exteriorität hinzugeben; die versucht, sich
in einem nicht punktuellen, im engen Sinn nicht orgiastischen Zeit-Raum
hinzugeben, sich als endlosen oder nur schwer begrenzbaren Zeit-Raum hinzugeben.
[...]
Wenn sie zu ihrem Begehren gelangt, muß sie sich mit der Endlichkeit
der Zeit, mit deren Begrenzung auseinandersetzen. Ihre Beziehung zum Zyklischen
hilft ihr dabei. Allerdings nicht im traditionellen Liebesakt (in dem
ihr vor allem eine Sprache als zeitliche Skandierung fehlt). Wenn sie
sich unendlich im Raum ausdehnt und dabei Gefahr läuft, daß
die Zeit darin verlorengeht (aber nicht die Ewigkeit? Man muß dazu
'Die sieben Siegel' in Nietzsches Zarathustra noch einmal lesen),
so weil ihre Sexualität nicht den Zwängen und Risiken der Erektion
und der Detumeszenz unterliegt. Sie genießt das Berühren
gewissermaßen endlos. Die Schwellen markieren nicht zwangsläufig
eine Begrenzung, nicht das Ende eines Akts. Sie kann am Akt des Mannes
teilhaben, ihn sogar erzeugen, ohne daß ihr Akt jemals vollendet
wäre. Sie fühlt sich in ihm mehr oder weniger tief berührt,
in ihrem momentanen Begehren mehr oder weniger entfaltet. Es gibt keine
zeitliche Skandierung, die der des Mannes entspräche. Keinen Punkt?
Eine musikalische Phrase, die kein Ende hat? Eine Ausdehung, die immer
weiter geht? Ein Horizont, der immer etwas geöffnet ist und sich
aufgrund dieser anderen Interpunktion oder Skandierung nur sehr schwer
wieder schließt".
(Ethik der sexuellen Differenz, Frankfurt am Main 1991, S. 78ff., edition
suhrkamp 1362, NF 362)
... fragezeichen. nachdenken.
° begehren also. genauer gesagt "weibliches
begehren":
Für mich ist der politische Ort für eine Frau der Ort,
an dem mitten in der Gesellschaft wirklich und tatsächlich die Befreiung
ihres Begehrens stattfindet. [...] Es entsteht ein Ort weiblicher Freiheit,
also weiblicher Autorisierung des Begehrens, wie auch immer dieses Begehren
aussieht. Unter weiblicher Freiheit im sozialen Sinn verstehe ich einen
Ort, an dem jede Art von Begehren einer Frau von anderen Frauen autorisiert
wird, also eine weibliche Autorisierung bekommt. Autorisierung heißt
nicht notwendigerweise, dass dieses Begehren gut ist, es heißt,
dass es ein sagbares Begehren ist [...]. Autorisierung bedeutet
Sagbarkeit, Daseindürfen, Abwesenheit von Moralismus und Scham, keine
Deutung nach dem Männlichen" (Luisa Muraro: Ein authentisches
Selbstbewusstsein, das zu Lust, Freiheit und wirkungsvollem Handeln führt,
übers. v. Dorothee Markert, in: dies.: Wachsen am Mehr anderer Frauen.
Vorträge über Begehren, Dankbarkeit und Politik. Rüsselsheim
2002, S. 105).
das digitalReal also als ein ort weiblicher freiheit, ein autorisierter
ort des sagbaren, der abwesenheit von moralismus und scham?
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eigene worte:
# fadenverknüpfung...
(02.10.02 - ...)
# sammeln - erzählen - sich
zeigen. sätze über das bloggen (19.09.02)
# digitalReal - der funke,
die idee (06.11.01)
# ich ist eine fadenverknüpfung. ein knoten im netz. (2001)
andere worte:
* Daniel
Diemers: Die Zukunft der Arbeit
* Das
Reale im Virtuellen und
das Virtuelle im Realen entdecken!
Gespräch mit Dr. Mike Sandbothe über über den scheinbaren Gegensatz zwischen
virtuellen und realen Welten, in: DIE. Zeitschrift für Erwachsenenbildung,
III/2001)
* Peter Weibel, Vorstand ZKM,
im Gespräch mit Christian Häring:
Der
Mitmensch wird erträglicher,
in: brandeins
09/01, 34-35
* Rusmin Causevic:
Reale
und virtuelle Räume
* Carsten Zander:
Die Welt ist nur
eine virtuelle Realität!
* Christian
Breuel: Vom digitalen Himmel über mir
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