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digitalReal - der funke, die idee

06.11.2001

der begriff digitalReal und diese seite ist entstanden während des täglichen lebens, schreiben und kommunizierens durch mein weblog der zirbel.

sie widmet sich der frage:
was ist digital, was real?
oder: was ist real? was ist virtuell?
was ist und wie funktioniert dieser digitale raum, in dem wir uns hier befinden?
welche verbindung hat er zum sogenannten real life?
wie sind beide "räume" miteinander verwoben?

wenn sprache ein "operativ wirksame fiktion" ist, kann man den digitalen raum als "konstitutiven schein" verstehen?

inwieweit ist das virtuelle bereits "Bestandteil unseres alltäglichen Verständnisses von Wirklichkeit"?
(--> Das Reale im Virtuellen und das Virtuelle im Realen entdecken! Gespräch mit Dr. Mike Sandbothe über über den scheinbaren Gegensatz zwischen virtuellen und realen Welten, in: DIE. Zeitschrift für Erwachsenenbildung, III/2001)
ist die "angeblich reale Welt [...] viel virtueller" als wir meinen?
(--> Peter Weibel, Vorstand ZKM, im Gespräch mit Christian Häring: Der Mitmensch wird erträglicher, in: brandeins 09/01, 34-35, hier: 34.)

und welche bedeutung hat es, dass wir hauptsächlich schriftlich, also schreibend, in diesem digitalen raum kommunizieren, dass wir den raum durch geschriebenes konstituieren?
"Im Medium des Schreibens bin ich Strom, der mit Strom kommuniziert, bin ich Fremde, die mit Fremde kommuniziert", schreibt Hans Therre über Arthur Rimbaud
(--> Hans Therre: Lebens=Spuren — Versuch einer Geo=Graphie des Lebens von Jean Arthur Rimbaud, in: Arthur Rimbaud: Das poetische Werk, Frankfurt/M. o.J. (= Zweitausendeins), S. 151-216, hier: S. 209. 212)

Gertrude Stein hat über ihr schreiben und vielleicht über das (literarische) schreiben schlechthin diesen einmaligen satz gesagt:
Ich schreibe für mich und für Fremde.
trifft dieser satz nicht sehr gut die situation im netz: ein ich schreibt hinaus in den freien raum des digitalen, für sich und für fremde?

können wir also aus der literarischen poetik erkenntnisse hierzu gewinnen?
höchst interessant und noch nicht aufgearbeitet erscheint mir hierzu die poetik, die Gertrude Stein in ihrer vortragsreihe Erzählen entwickelt hat
(gehalten im november 1934 vor studenten an der universität von Chicago, dt.: --> Gertrude Stein: Erzählen, Frankfurt/M. 1971, Bibliothek Suhrkamp 278).
text-zitate hieraus:
* "Sätze haben ihren Raum in sich selbst und alles das seinen Raum wirklich in sich selbst hat hat weder Anfang noch Mitte noch Ende"
* "das Briefschreiben [...] ist wirklich das einzige Mal beim Schreiben daß das Außen und das Innen ohne Unterbrechen zusammenfließen, nicht im allgemeinen mit viel Konzentration, aber doch jedenfalls ohne viel Unterbrechen"
* "Was ist es ein Publikum zu sein"
* "und was hat ein Publikum sein oder ein Publikum haben oder ein Publikum gewesen sein mit irgend etwas zu tun das heißt was hat es alles mit dem Erzählen von etwas zu tun"

all dies sind erste gedanken, notizen, fadenverknüpfungen zu einem weiten thema.
die seite selbst ist in diesem sinne im entstehen und dient zunächst als notizbuch und linksammlung für alles, was mir am wegrand dazu auf den bildschirm gelangt.

z.B. diese beiden aufsätze:
Reale und virtuelle Räume (Rusmin Causevic)
Die Welt ist nur eine virtuelle Realität! (Carsten Zander)

eine systematische recherche (z.B. hier) und vieles mehr steht noch aus.
gerne nehme ich hinweise auf artikel, websites, projekte (auch und gerade künstlerischer art) in die sammlung auf. email genügt.

 

 

eigene worte:

# fadenverknüpfung... (02.10.02 - ...)

# sammeln - erzählen - sich zeigen. sätze über das bloggen (19.09.02)

# digitalReal - der funke, die idee (06.11.01)

# ich ist eine fadenverknüpfung. ein knoten im netz. (2001)



andere worte:

* Daniel Diemers: Die Zukunft der Arbeit

* Das Reale im Virtuellen und
das Virtuelle im Realen entdecken!

Gespräch mit Dr. Mike Sandbothe über über den scheinbaren Gegensatz zwischen virtuellen und realen Welten, in: DIE. Zeitschrift für Erwachsenenbildung, III/2001)

* Peter Weibel, Vorstand ZKM,
im Gespräch mit Christian Häring:
Der Mitmensch wird erträglicher,
in: brandeins 09/01, 34-35


* Rusmin Causevic:
Reale und virtuelle Räume

* Carsten Zander:
Die Welt ist nur eine virtuelle Realität!

* Christian Breuel: Vom digitalen Himmel über mir

 

 

© 2001-2007 Ulrike Stehling